Adventszeit

Viele Schauspieler, viele Studenten kennen es: sie spielen den Weihnachtsmann, stapfen von Kaufhaus zu Kaufhaus, stehen auf irgendwelchen Weihnachtsmärkten, oder erscheinen bei ausgesuchten Firmenfeiern, oder bestenfalls in generösen Familien und tun so als kämen sie vom Nordpol, oder von den Sternen, wobei sie liebevoll Geschenke verteilen, oder wissend drein blicken und fragen, ob die Kinder auch brav gewesen sind. Andere verschenken Billigartikel, Zigaretten, oder preisen die neuesten Handy Tarif-Verträge an…

Ja , ja das ist er, der Weihnachstmann, einst wohl von Coca Cola erfunden. Er spendet viel Freude bei Groß und Klein, stapft von Kaufhaus zu Kaufhaus, animiert zum Besuch und natürlich zum Kauf ….

Eigentlich ist es ekelig all der Kommerz, all das verlogene weihnachtliche Getue, all der Billig-Ramsch aus China, all die billigen Süßigkeiten und  klebenden Bonbons.

Warum erzählt man Geschichten, die es ganz sicher nie gegeben hat, die erstunken und erlogen sind, Geschichten von einer besseren Welt, in der die Gerechtigkeit siegt und bla bla bla….

Warum tut man den Kindern diese Lügen an? Wir erzählen doch auch nicht, dass die Erde eine Scheibe sei, sondern es ist uns wichtig schon den dreijährigen zu erklären dass diese mittelalterliche Vorstellung falsch ist, dass sie rund ist

Aber wer einmal das Glück hatte in den schönen, flauschig – roten Mantel zu schlüpfen, wer sie gespürt hat die freudige Erregung beim ankleben des langen, weißen Bartes, wer gesehen hat wie sich das eigene Gesicht verwandelte mit den schönen buschigen Augenbrauen und den roten Bäckchen und wenn man sich dann selbst nicht mehr erkannte und plötzlich das Gefühl hatte weg zu sein, Platz zu machen, um einem großen Fremden, Unbekannten Platz zu machen, der mit dem dicken Bauch und dunkler, wohlklingender Stimme los zog, sich den großen Sack über die Schulter warf (mit den vielen Geschenken), der weiß, dass plötzlich etwas geschieht, das größer ist als wir. Der weiß, daß hinter dieser verlogenen Fassade eine Tiefe verborgen liegt, ein Geheimnis, ein Mysterium, das wir alle – warum auch immer – nicht verstehen.

Ich weiß noch als ich das erste mal in einem Kaufhaus stand und mich unvermittelt ein Kind anschaute, ehrfürchtig, staunend, voll Zweifel und aus einer Mischung aus Angst und Wunder auf mich zu kam, mich fragte, ob ich der Weihnachtsmann sei. Ich bejahte und Ich erinnere mich welche Geschichten mir erzählt wurden.

Innigste, wahrhaftigste Kindererlebnisse. Privateste Familiengeheimnisse wurden plötzlich vor mir ausgebreitet.

“Ich habe den Papa geärgert… aber das wollte ich nicht. Ich habe ihm sein Bier versteckt. Das darf ich nicht. Aber ich habs nur gemacht weil die Mama wieder so geweint hat. Ich versteck ihm sein Bier nur, wenn er sie schlägt…”

Die Ehrfurcht vor einem Weihnachtsmann ist groß.

Der Weihnachtsmann ist für viele Gottgleich. Er sieht alles, er weiß alles, kennt die wirkliche Wahrheit. Oft fallen Sätze wie: „Du weißt ja, hinter meinem Bett ist doch die kleine Kiste in der ich meine Süßigkeiten versteckt habe. Bitte verrat mich nicht, sonst schimpft Mama wieder…”

Woher rührt das? Die Menschen (und auch unglaublich viel Erwachsene, nicht nur die Kinder) vertrauen diesem fremden Mann mit Bart, sie vertrauen in seine Güte, in seine Gerechtigkeit. Sie glauben daran dass er die Wahrheit kennt und gesehen hat.

Nun, Was hat man den Kindern schon vom Weihnachtsmann erzählt?

Vielen hat man nichts erzählt. Und ich glaube genau das ist es! ( Klar , manche kennen ihn schon aus Geschichten, aber die meisten wissen nichts, oder wenig und lassen sich ganz unvermittelt auf ihn ein).

Also, vielen hat man nichts erzählt. Sie treffen ihn zum ersten Mal und sie legen in ihn hinein, was in ihnen selbst lebt.

Oder – ist es etwas das in uns allen lebt?

Woher kommt dieser Glaube, dass es eine Instanz gibt die alles sieht, die die Wahrheit kennt, der Glaube, dass einer da ist, der nicht nur alles gesehen hat, sondern der auch unsere Gedanken kennt und der weiß, wie man ist?

Kennt das nicht jeder? Erinnert sich nicht jeder an die goldene Zeit seiner Kindheit, da man wußte was Gerechtigkeit ist und Abends im Bett dem großen Weltenrichter erklärte, warum dies Gerecht und jenes ungerecht ist?

Der Weihnachtsmann scheint dazu zu gehören. Er ist wie ein Engel, ein Geist, ein Schutzheiliger der Zugang zum Himmel hat, der Gott kennt, der die Wahrheit kennt.

Wenn man das erlebt, wie einem die Herzen zufliegen, wie dieses stille unausgesprochene Gefühl entsteht, das die Menschen einem wie selbstverständlich entgegen bringen, dieses Gefühl von: „Der versteht mich, bei ihm brauche ich mich nicht zu verstellen, der kennt mein Wesen, der weiß dass ich gut bin, bei ihm bin ich aufgehoben“, wenn man das erlebt, dann weiß man, dass es in uns Menschen irgendwo etwas gibt, das durch diesen Mann angesprochen wird und nicht nur durch ihn, sondern durch alle möglichen metaphysischen Figuren.

Das ist ein unglaubliches Gefühl. Es ist groß. Es kommt aus der Tiefe, vielleicht aus der Vergangenheit. Ein Erlebnis das ich jedem nur wünschen kann, denn egal wo es herkommt, egal ob es die Wahrheit ist, oder nur kindliche Naivität und Glaubensrührseligkeit. Es verbindet tatsächlich.

Ich war diesen Kindern in ihrer Seele unglaublich nah. Sie rührten mit ihrer Offenheit mein Herz. Ich war beeindruckt und die kleinen Geschenke die ich ihnen geben konnte waren tatsächlich nur Ausdruck von Dank meinerseits.

21.11.2013

 

 

 Datenspionage – Affäre

Jetzt fällt die deutsche Welt aus den Angeln, weil Angies Handy abgehört wurde.

Was hat sie wohl am Handy gesagt?

Dass es noch länger dauert in der Sitzung und dass er mit dem Essen nicht mehr auf sie warten soll?

Oder auch das ein oder andere „Herr lass Abend werden und jag den Kerl in die Luft“?

Es ist noch nicht so lange her da fragte sich die deutsche Welt nur warum es dem amerikanischen  Geheimdienst  (welchem auch immer)  nicht erlaubt sein soll alle abzuhören. Der schönste Satz war immer: „wer nichts zu verbergen hat…“

Mit dem Todschlagargument der Terrorbekämpfung wurden alle Bürgerrechte tot geschlagen.

Aber gibt es nicht Leute deren Informationen bedeutender sind als die von Angie?

Was ist mit den großen Bossen von Volkswagen, von Daimler und BMW?

Was ist mit den Managern von Roche und Bosch?

Was ist mit vielen Mittelständlern deren Firmen z.B.im Erneuerbaren Energie Know-how amerikanische Firmen bei weitem schlägt?

Was ist überhaupt mit den vielen kleinen, aber fortschrittlichen Firmen?

Und was ist mit mir und meinen wichtigen, oder unwichtigen Informationen?

Wenn ich meiner Freundin ein Gedicht schreibe, muss der amerikanische Geheimdienst nicht den Ackermann spielen und dieses für die Menschheit aufbewahren. Meine Daten gehören mir!

Es war vorher schon eine unglaubliche Unverschämtheit diese Informationen abzufischen.

Es war Rechtsbruch erster Güte und viele Politiker wollten nichts dagegen unternehmen. Unglaublich! Diese Politiker gehören bestraft, denn sie haben – entgegen ihrem Amtseid – uns Bürgern Schaden zugefügt. Und sie haben uns nicht versucht zu beschützen. An erster Stelle ist natürlich Herr Friedrich zu nennen.

Mr. Edward Snowden wiederum  gehört ein Nobelpreis für Zivilcourage verliehen und Deutschland sollte ihm Asyl gewähren.

Was ist nur mit den USA geschehen, dass sie ihm tatsächlich anbieten,die Todesstrafe zu erlassen? Sollte das ein Witz sein?

Umgekehrt ihr amerikanischen Freunde: man muss ihm dankbar sein, dass er klar aufzeigt wo die USA zu weit gingen und dass er es öffentlich gemacht hat.

Dafür Danke, Danke, Danke.

Erinnert Euch Eurer Geschichte und schützt endlich wieder die Whistleblower. Amerika war das Land zu dem man aufgeschaut hat, wenn es um Hilfe und Schutz für Whistleblower ging. Das war richtig. Es bleibt zu hoffen dass die USA sich daran wieder erinnern und auch von seinen Freunden daran erinnert wird, dass es sich im Spionieren und abfangen von Daten völlig verrannt hat und dass es dem Mann der diesen Missstand aufgedeckt hat zutiefst dankbar sein muß.

Nochmals: “Danke, Edward Snowden.”

10.11.2013